Unterrichtssprache Deutsch:
Wörter und Wendungen für Lehrer und Schüler

 


 

Vorwort

Die vielen, oft mehrfach aufgelegten Sammlungen englischer classroom phrases deuten darauf hin, daß Fremdsprachenlehrer mit den besonderen sprachlichen Anforderungen, die der Unterricht stellt, vertraut sein müssen. Es ist kein Geheimnis, daß nicht nur viele Anfänger im Lehramt, sondern auch manche erfahrene Lehrer im Unterricht immer nur dieselben Floskeln gebrauchen. Sie lassen so manche Gelegenheit ungenutzt, Schüler freundlich anzusprechen und mit ihnen gemeinsam Probleme zu lösen, die sich nicht unbedingt auf den Lehrstoff selbst beziehen, sondern die Unterrichtsarbeit im engeren Sinne betreffen. Unterricht ist ein Stück Leben, in dem Sprechanlässe nicht ständig künstlich initiiert werden müssen, sondern uns quasi in den Schoß fallen. Wir müssen sie nur aufnehmen. Dies erfordert Lehrer, die mehr Deutsch können als im Lehrbuch steht.

Dieses Buch will Deutschlehrer im Ausland - praktizierende Lehrer und Lehramtskandidaten - systematisch in deutscher Unterrichtsphraseologie schulen. Es soll helfen, die wechselnden Unterrichtssituationen besser als bisher sprachlich auszureizen: Wie gelingt es uns, echte, konkrete Sprechanlässe spontan auszunutzen und eine natürliche deutsche Unterrichtsatmosphäre zu schaffen? Was können wir tun, damit unser Unterricht wirklich deutsch klingt?

Das Buch will über eine bloße Fachterminologie hinausgehen und dem ganzen Ausdrucksreichtum, den die Situation "Fremdsprachenunterricht" bietet, Rechnung tragen. Es geht von Standardsituationen aus, schließt aber auch Arbeitsformen wie Gruppenarbeit und Lernspiele sowie Übungsformen ein, die durch moderne Medien und eine kommunikative Didaktik ermöglicht werden. Es enthält Musterdialoge und berücksichtigt neben den Ausdrucksbedürfnissen des Lehrers auch die der Schüler.

Besonderer Wert wurde auf die Verwendung von Modalpartikeln gelegt, den "Würzwörtern" des Deutschen, die Lehrern selbst nach mehrmonatigem Aufenthalt in einem deutschsprachigen Land noch Schwierigkeiten bereiten.

 

Buchbesprechung von Angelika Spicker-Wendt

Deutsch als Unterrichtssprache zu benutzen, ist noch lange nicht überall selbstverständlich. Da kommt ein Buch von Wolfgang Butzkamm gerade recht, das die "Unterrichtssprache Deutsch. Wörter und Wendungen für Lehrer und Schüler" zum Thema hat.

Butzkamm geht in 7 Kapiteln auf die verschiedenen Aspekte von Unterricht ein. Im Kapitel 1 "Die Hauptsprechakte des Unterrichts" findet der Leser ganz alltagsnahe Zusammenstellungen zum Beispiel zu den Bereichen "Wie man auffordert" oder "Wie man Fragen stellt". Die weiteren Kapitel beziehen sich auf "Unterrichtsablauf, Organisatorisches" (z.B. Stundenplan, Krankheiten), "Soziale Arbeitsformen' (wie Gruppen- und Partnerarbeit), auf "Inhaltliche Arbeit im Unterricht" (wie Rollenspiele, Hausaufgaben, Klassenarbeiten), auf "Lob und Tadel" sowie auf "Unterrichtsmedien" (Arbeit an der Tafel, Bilder und Fotos im Unterricht). Das 7. Kapitel "Spielerische Arbeitsformen im Unterricht" enthält viele nützliche Tips z.B. zur Erarbeitung einer szenischen Darstellung im Unterricht.

Butzkamm will mit diesem Buch den "Deutschlehrer im Ausland [...] systematisch in deutscher Unterrichtsphraseologie schulen", wie er im Vorwort betont. Und das gelingt ihm mit seinen Zusammenstellungen auch. Allerdings muß der Lehrer selbst noch die entsprechende didaktische Umsetzung vomehmen, wenn er Begriffe und Wendungen der "Unterrichtssprache Deutsch" seinen Schülern nahebringen will, aber das dürfte keine größeren Schwierigkeiten bereiten.

Auf jeden Fall gehört dieses Buch in die Handbibliothek jeder Fachgruppe Deutsch, weil es nicht nur eine Menge Anregungen für diejenigen bietet, die eigentlich perfekt Deutsch sprechen, sondern auch sehr viel Hilfreiches für die, die sich in der "Unterrichtssprache Deutsch" noch besser auskennen möchten.

(D-Blatt Nr. 10, Rotterdam, April 1998)